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Projekt "ENABLE-AGE" -
Enabling Autonomy, Participation,
and Well-Being in Old Age:
The Home Environment as a Determinant
for Healthy Ageing


Förderinstitution: Europäische Kommission
Förderkennzeichen: QLKGT-2001-00334
Laufzeit: 01/ 2002 - 12/ 2004

Projektleitung: Dr. Frank Oswald, Prof. Dr. Hans-Werner Wahl,
Dr. Heidrun Mollenkopf

Wiss. Mitarbeiter/ -in (Drittmittel): Dipl.-Soz. Dörte Naumann,
Dipl.-Psych. Oliver Schilling

Forschungstechnische Assistentinnen: Regina Klink (Ergotherapeutin),
Simone Varnhorn (Ergotherapeutin)

Hilfskräfte: Ines Himmelsbach, M.A., Dipl.-Psych. Ines Prokop,
Katrin Sobe

Für das seit 2002 laufende internationale Forschungsprojekt "Enabling Autonomy, Participation, and Well-Being in Old Age: The Home Environment as a Determinant for Healthy Ageing" (ENABLE-AGE; QLRT-2001-00334) wurden dem DZFA Mittel aus dem Fünften Rahmenprogramm der Europäischen Kommission (Leitaktion 6: Alterung der Bevölkerung und Behinderung) in Höhe von € 561.566 bewilligt. Die Gesamtfördersumme beträgt € 2.193.638. Neben dem Projekt MOBILATE ist dies das zweite europäische Forschungsprojekt der Abteilung für Soziale und Ökologische Gerontologie.

Ziel des Projekts ENABLE-AGE ist die Erforschung des Einflusses von Wohnen (objektive Wohnbedingungen, Wohnverhalten, subjektives Wohnerleben) auf Selbständigkeit, gesellschaftliche Partizipation und Wohlbefinden bei hochaltrigen Personen in fünf europäischen Ländern. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und beinhaltet eine längsschnittliche empirische Studie mit zwei Messzeitpunkten ("ENABLE-AGE Survey Study"), eine Reihe von qualitativen Vertiefungsstudien mit länderspezifischen Schwerpunkten ("ENABLE-AGE In-depth Studies") sowie die Analyse der Lebenslage hochaltriger Personen in den beteiligten Ländern insbesondere hinsichtlich aktueller Richtlinien und nationaler Bestimmungen zum Wohnen im Alter ("ENABLE-AGE Policy Update Review"). Gerade im sehr hohen Alter kommt der unmittelbaren räumlich-sozialen Wohnumwelt eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung von Selbständigkeit und Autonomie zu, die sowohl aus individueller Sicht (Lebensqualität, soziale Integration), als auch aus gesellschaftlicher, nicht zuletzt finanzieller Perspektive (Versorgung) von großer Tragweite ist. In Deutschland wurden dazu privatwohnende und alleinlebende Personen im urbanen Raum aus zwei Altersgruppen (80-84 und 85-90 Jahre alt) untersucht. Die Befunde sollen auch in den Anwendungsbereichen des Wohnens im Alter Umsetzung finden.

Die interdisziplinäre Bandbreite des Vorhabens spiegelt sich in seiner methodischen Vielfalt wider. So kommen zur Analyse des unmittelbaren räumlich-sozialen Kontextes neben Instrumenten medizinisch-ergotherapeutischer und soziologischer Herkunft, auch psychologisch-ökogerontologische Verfahren zum Einsatz, die zum Teil auf Vorarbeiten im Hause basieren (Oswald, Wahl, Martin, & Mollenkopf, 2003). Die beteiligten Länder Schweden, Großbritannien, Ungarn, Lettland und Deutschland erlauben eine Vergleichsperspektive innerhalb von Gesellschaftssystemen, die beispielsweise bereits bestehende Normen barrierefreien Wohnens und Unterstützungsangebote im Falle bedrohter Selbständigkeit haben, sowie einen Vergleich dieser Systeme mit zwei osteuropäischen Ländern unterschiedlichen Entwicklungsstandes.

Im Frühjahr 2003 wurde der erste Messzeitpunkt des Surveys erfolgreich abgeschlossen. Nach der Erstellung des Instrumentes für die "ENABLE-AGE Survey Study" sowie der Durchführung eines mehrtägigen Interviewertrainings, fand zu Beginn der Feldphase eine Reliabilitätstestung der Instrumente statt. Bis April 2003 wurden dann in der Region Heidelberg / Mannheim insgesamt 450 Männer und Frauen im Alter von 80-90 Jahren (s. Tabelle) zweimal zuhause besucht, wobei ergotherapeutische, psychologische und soziologische Instrumente zum Einsatz kamen. Beide Besuche dauerten zusammen ca. 2½ Stunden und wurden von dazu eigens ausgebildeten Egotherapeutinnen durchgeführt. Was die detaillierte Analyse des Wohnens im Alter betrifft wurde damit eine der umfangreichsten Stichproben Hochaltriger in Deutschland erfasst. Die Verweigerungsquote betrug für die alleinlebenden privatwohnenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei durchschnittlich 53%, was den Erwartungen für diese Gruppe Hochaltriger entspricht. Die Ziehung der Stichprobe erfolgte zufällig und in Kooperation mit den jeweiligen Meldeämtern.

Projekt ENABLE-AGE-Survey (T1), Deutschland
(Datenerhebung: 09/2002 - 04/2003)

80-84 Jahre alt
85-90 Jahre alt
Gesamt
Männer
Frauen
Männer
Frauen
47
165
50
188
450

Im Mai 2004 wird der zweite Messzeitpunkt abgeschlossen sein. Mittlerweile wird eine qualitative Vertiefungsstudie ("ENABLE-AGE In-depth Study") mit 48 Personen vorbereitet. Des weiteren erfolgt die fortlaufende Sammlung wohnpolitisch bedeutsamer Bestimmungen und Modellvorhaben in der Bundesrepublik, die in das "ENABLE-AGE Policy Update Review" überführt werden. Dies soll der länderspezifischen Interpretation der Survey-Befunde dienen. Projektziele und Projektdesign und erste Ergebnisse wurden bereits der Fachwelt vorgestellt (Iwarsson, Oswald, Wahl, Sixsmith, Széman & Tomsone, 2003; Naumann, Oswald, Schallies, Mollenkopf & Wahl, 2002).

Ausgewählte Arbeiten und wissenschaftliche Vorträge (chronologisch):

  • Oswald, F., Wahl, H.-W., Martin, M., & Mollenkopf, H. (2003). Toward measuring proactivity in person-environment transactions in late adulthood: The housing-related Control Beliefs Questionnaire. Journal of Housing for the Elderly, 17 (1/2) 135-152.
  • Oswald, F., Naumann, D., Wahl, H.-W., Schilling, O., & Mollenkopf, H. (2003, September). Risiko- und Schutzfaktoren häuslichen Wohnens bei alleinlebenden Hochaltrigen - Ergebnisse des Europäischen Forschungsprojektes ENABLE-AGE Räumlich-soziale Kontexte als 'Schutzfaktoren' des hohen Alters - Ökogerontologische Beiträge zur Resilienzforschung. Vortrag auf der 16. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie, Mainz.
  • Iwarsson, S., Oswald, F., Wahl, H.-W., Sixsmith, A., Széman, Z., & Tomsone, S. (2003, July). Enabling autonomy, participation, and well-being in old age: The home environment as a determinant for healthy ageing, ENABLE-AGE. Paper presented in the symposium Comparative research on autonomy and well-being in late life: Perspectives from European research projects at the Vth European Congress of Gerontology: Quality of life for an ageing society, Barcelona, Spain.
  • Naumann, D., Oswald, F., Schallies, E., Mollenkopf, H., & Wahl, H.-W. (2002, September). Das EU-Projekt "Enabling Autonomy, Participation, and Well-Being in Old Age: The Home Environment as a Determinat for Healthy Ageing (ENABLE-AGE)": Forschungskonzeption und Ergebnisse der Pilotphase. Vortrag auf der 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG), Dresden.

Kontakt:
Dr. Frank Oswald
Deutsches Zentrum für Alternsforschung
Bergheimer Str. 20, 69115 Heidelberg
Tel. 0 62 21 - 54 81 14, Fax 0 62 21 - 54 81 12
E-Mail: oswald@dzfa.uni-heidelberg.de

Dipl.-Soz. Dörte Naumann
Deutsches Zentrum für Alternsforschung
Bergheimer Str. 20, 69115 Heidelberg
Tel. 0 62 21 - 54 81 53, Fax 0 62 21 - 54 81 12
E-Mail: naumann@dzfa.uni-heidelberg.de

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